Die unsichtbaren Risiken beim Schweißen

Die Arbeit als Schweißer bringt zahlreiche gesundheitliche Risiken mit sich. Daher ist es wichtig, diese Risiken beim Schweißen zu kennen und vorbeugend zu vermeiden.

Frühe Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz zahlen sich aus

Viele ältere Menschen bereuen, in früheren Jahren nicht mehr auf ihre Gesundheit geachtet zu haben. Insbesondere Arbeiter in technischen Berufen zeigen im Alter gesundheitliche Schäden, die nach heutigem Stand des Arbeitsschutzes zu vermieden gewesen wären. Was in jungen Jahren noch ignoriert wird, belastet die Gesundheit im Alter oftmals sehr stark.

Risiken beim Schweißen

Beim Schweißen zeigt sich, dass die Dämpfe, die über Jahre eingeatmet wurden, zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen können. Auch die Geräusche, denen die Ohren tagein tagaus ungeschützt ausgesetzt waren, können im Alter das Hörvermögen massiv beeinträchtigen. Werkstücke und Arbeitsmaterialien, die nicht zu schwer waren, um sie ohne fremde Hilfe zu tragen, können im Alter Erkrankungen der Schultern hervorrufen.

Viele Arbeiten beim Handschweißen werden in kniender Haltung durchgeführt. Über die Jahrzehnte kann sich dies zu irreparablen Schäden der Kniegelenke führen. Viele der scheinbar unbedeutenden Aktivitäten im Beruf des Schweißers können in späteren Lebensjahren zu Erkrankungen führen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich viele dieser Leiden durch ein paar einfache Änderungen im Alltag vermeiden lassen.

Gase und Dämpfe beim Schweißen vermeiden

Manchmal machen sich die giftigen Gase und Dämpfe direkt bei der Arbeit bemerkbar. Treffen beispielsweise Zinkdämpfe auf galvanisiertes Metall und werden eingeatmet, erkranken viele Schweißer am sogenannten Metall-Rauch-Fieber. Die Symptome sind Nachtschweiß, Schüttelfrost und Magenschmerzen. Andere Dämpfe verursachen Atemnot oder Kopfschmerzen.

Die größte gesundheitliche Gefahr geht jedoch von all den Gasen und Dämpfen aus, die im Laufe des Berufslebens ohne sofortige Erkrankung eingeatmet werden. Fest installierte Luftmessungen zeigen dabei zwar die Einhaltung der gesundheitlichen Grenzen, jedoch können diese nicht als ein absolut sicheres Expositionsniveau betrachtet werden.

Gesundheitliche Schäden beim Handschweißen bleiben lange unbemerkt

Schweißrauch ist eine Kombination der Dämpfe aus verschiedenen Metallen. Zum Beispiel enthält Weichstahl überwiegend Eisen, aber auch Mangan, welches die Gesundheit schädigen kann. Edelstahl enthält neben Eisen auch Nickel und Chrom. Jede Verbindung kann dabei unterschiedliche gesundheitliche Auswirkungen auf den Schweißer haben.

Schweißrauch

Die menschliche Nase filtert die Atemluft und hindert dabei viel Rauch, Dämpfe und Schleifstaub. Allerdings sind zahlreiche Rauchpartikel derart klein, dass sie ungehindert durch die Nase, die Sinushöhle und den Hals in die Lunge gelangen können. Die meisten Arbeiter bemerken dabei keinerlei Irritationen. Erst nach vielen Jahren des Einatmens von Schweißrauch zeigen sich die ersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese können sich zunächst beim Treppensteigen bemerkbar machen, jedoch bereits viel weiter fortgeschritten sein.

Präventive Maßnahmen für die Gesundheit beim Schweißen

  • Halten Sie Ihr Gesicht aus den Schweißdämpfen. Besteht eine natürliche Durchlüftung, so lassen Sie die Dämpfe von Ihrem Gesicht wegwehen. In schlecht durchlüfteten Räumen kann ein Ventilator den Rauch und die Dämpfe zerstreuen.
  • Schweißen Sie nur sauberes Metall. Entfernen Sie vor dem Handschweißen die Beschichtungen und Lacke im Schweißbereich.
  • Nutzen Sie die vorhandenen Absauganlagen. Positionieren Sie die Haube in der Nähe der Schweißnaht und richten Sie Ihren Arbeitsplatz vor Beginn der Arbeiten ein.
  • Tragen Sie Gehörschutz. Auch wenn die Geräusche nicht als störend laut empfunden werden, so sind sie laut genug, um Nervenzellschäden zu verursachen. Im Laufe eines Berufslebens summieren sich die kleinen Schäden.
  • Schonen Sie ihre Gelenke und nutzen Sie die Hilfe mechanischer Hebehilfen. In jungen Jahren macht das Heben schwerer Teile dem Körper nicht zu schaffen, aber auch diese konstanten Belastungen können dem Körper auf Dauer schaden.