Rostfreier Stahl (INOX)

Edelstahl ist eine Bezeichnung für Stähle, die einen besonderen Reinheitsgrad aufweisen. Der in der EN 10020 definierte Begriff gilt zum Beispiele für Stähle, bei denen die Grenzwerte von 0,025 % von Phosphor- und Schwefelgehalt nicht überstiegen werden.

Die meisten Edelstähle sind nicht rostend, wobei dies nach EN 10020 keine zwingende Voraussetzung ist, um als Edelstahl klassifiziert zu werden. Die Legierungsbestandteile von niedrig und hoch legierten Edelstählen hingegen sind in der Norm präzise definiert.

Stahlgruppen

Je nach Legierungsbestandteilen werden Stähle in verschiedene Kategorien gruppiert. Dabei definiert die EN 10027-2 die Stahlgruppennummern von 10 bis 18 für unlegierte Edelstähle und die Gruppennummern von 20 bis 89 für legierte Edelstähle.

Das Fertigungsverfahren hochreiner Stähle ermöglicht das Ausscheiden von Bestandteilen wie Aluminium oder Silizium aus der Schmelze, welches für besondere Einsatzgebiete erforderlich ist. Andere hoch legierte Stähle sind für eine spätere Weiterverarbeitung unter Wärmezufuhr vorgesehen und werden durch die EN 10027-2 entsprechend klassifiziert.

Legierte Edelstähle

Je nach Einsatzgebiet werden Stähle mit Elementen legiert oder bei der Schmelze als hochreine Stähle produziert. Legierte Edelstähle werden zumeist mit den folgenden Elementen hergestellt:

  • Chrom: Chromstahl
  • Chrom und Nickel: Chromnickelstahl
  • Chrom, Molybdän und Vanadium: Turbinenschaufelstahl
  • Kobalt: Kobaltstahl
  • Molybdän: Molybdänstahl und Chrom-/Nickel-Molybdänstahl
  • Titan: Titanstahl
  • Titan, Niob und Aluminium: RSH-Stahl
  • Wolfram, Kobalt, Molybdän und Vanadium: HSS-Stahl

Nach der EN ist ein Edelstahl dann als hoch legiert zu bezeichnen, wenn der Anteil des oder der Legierungselemente fünf Prozent der Gesamtmasse übersteigt.

Im Stahlbau sind bei der Verarbeitung hoch legierter Stähle besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Je nach Legierung können die Stäube und Rauche krebserregend sein und / oder die Atmungsorgane bei der Verarbeitung reizen.

Im außereuropäischen Wirtschaftsgebiet sind neben der EN 10020 ff die Werkstoffbezeichnungen des American Iron and Steel Institute (AISI) weit verbreitet. In diesen sind die Stähle jedoch nicht in gleicher Präzision definiert, wie dies in der europäischen Norm der Fall ist. Ein nach AISI 316L klassifizierter Stahl kann je nach Legierung in der EN unterschiedliche Bezeichnungen haben.